F1, F2 oder Samenfest – Was ist das genau?

Worin liegt der Unterschied?

Bald ist es wieder soweit – im Februar beginnt für die meisten Hobbygärtner die Qual der Wahl: Welche Sorten säe ich in in diesem Jahr aus. Wer sich über Online-Shops, Saatgutkataloge und Gartencenter versorgt, steht vor einer beachtlichen Anzahl bunter Samentütchen. In den letzen Jahren liest man bei den Sortenbezeichnungen immer häufiger der Zusatz F1. Jedoch wissen die wenigsten, was die Bezeichnung F1, F2 oder Samenfest bedeutet. Übrigens wusste ich es bis vor kurzem auch nicht, habe mir daher die Frage gestellt, als ich die Samentütchen für meine selber gezogenen Geranien bestellte, was es mit den drei Bezeichnungen überhaupt auf sich hat:

F1, F2 oder Samenfest, Quelle: pixabay
F1, F2 oder Samenfest, Quelle: pixabay

F1, F2 oder Samenfest – Samenfeste Sorten sind nachbaufähig

An dieser Stelle lohnt sich ein kleiner Rückblick in die Geschichte der Sämereien: über Jahre werden samenfeste Sorten auf bestimmte Eigenschaften durch Selektion und Kreuzung gezüchtet. Diese Eigenschaften können Resistenzen, Form, Geschmack, Farbe, etc. sein. Werden diese Sorten über ihr Saatgut vermehrt, erhält man in der nächsten Generation Pflanzen mit denselben Eigenschaften – dies nennt man samenfest, nachbaufähig und sortenrein. Bevor sich die heutige Pflanzenzüchtung immer mehr durchsetzte, war dies der Weg, um Pflanzen Sorten zu züchten und folglich weiter zu entwickeln.

F1 – Kreuzung in der ersten Generation

Es handelt sich bei F1 gekennzeichneten Saatgut um Hybrid-Züchtungen, die nicht samenfest sind. F1 stellt eine Kreuzung der ersten Generation dar. Das heißt es werden 2 Sorten gekreuzt und bei sortenechten Eltern erhält man in dieser ersten Generation einheitliche Nachkommen. Werden diese Pflanzen weiter vermehrt, findet in der nächsten Pflanzengeneration – der F2 – die größtmögliche genetische Aufspaltung statt. Das bedeutet das die genetischen Eigenschaften der Kreuzungspartner in den Nachkommen in den unterschiedlichsten Variationen zu Tage kommen. Wenn Du also zum Beispiel aus einer runden, gelben F1 Zucchini Saatgut gewinnst und wieder aussähst, wirst Du nur einen Teil oder unter Umständen gar keine Zucchini mit denselben gelben und gleichzeitig runden Eigenschaften erhalten.

F1, F2 oder Samenfest, Quelle: pixabay

F1, F2 oder Samenfest – Die moderne Pflanzenzüchtung

Jedoch werden in der modernen Pflanzenzüchtung nicht nur F1-Hybriden nicht nur durch einfache Kreuzung erzeugt. Leider werden oftmals in der Natur nicht vorkommende Inzuchtlinien erzwungen, um in der F1 gewünschten Eigenschaften zu züchten oder im Labor über eine Verschmelzung von artfremden Zellen und Zellkernen die sogenannten CMS-Hybriden zu schaffen. Die letzteren können in sich steril sein. Eine Vermehrung derartiger Sorten hat degenerierte Pflanzen zur Folge oder ist gar nicht möglich. Bereits im Jahr 2005 hat Demeter als Konsequenz in seinen Richtlinien verfügt, dass auf CMS-Hybriden verzichtet wird.

F1, F2 oder Samenfest, Hängegeranien Saatgut
F1, F2 oder Samenfest, Hängegeranien Saatgut

F1, F2 oder Samenfest – Was bedeutet dies für den Eigenanbau?

Die eine oder andere F1-Hybride besticht zugegebenermaßen durch ihre Eigenschaften. Möchtest Du jedoch diese Sorten langfristig kultivieren, bist Du gezwungen jedes Jahr wieder neues Saatgut, das meistens auch noch wesentlich teuer ist als wie samenfeste Sorten, zu kaufen. Auch die Portionen in den Saatguttüten sind meistens sehr klein, bei Tomaten zum Beispiel lediglich nur 5 Körner.

F1, F2 oder Samenfest – Fazit

Traditionelle samenfeste Sorten werden durch das große F1-Angebot verdrängt. Wobei ein großer Reichtum an genetischen Ressourcen und Züchtungsarbeit verloren geht. Samenfeste Sorten sind für die Vielfalt eindeutig die bessere Wahl. Ich habe mich für ausschließlich samenfestes Saatgut entschieden, da ich die Pflanzen später durch Stecklinge weiter vermehren möchte.

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