Ohridsee – der Geheimtipp in Mazedonien

Viele verbringen ihren Jahresurlaub auf Mallorca, Menorca, Kroatien oder in Ägypten. Ich werde im nächsten Monat, meine ehemalige Arbeitskollegin und heutige Freundin Biljana in Mazedonien, die mit ihrer Familie am Ohridsee lebt, für 1 Woche besuchen. Ihr könnt euch bestimmt vorstellen, dass ich mich schon jetzt, auf unser Wiedersehen freue, zumal ich Biljana über 6 Jahre nicht gesehen habe. Da ich den Ohridsee noch nicht kenne, habe ich etwas über diesen See recherchiert:

Ohridsee, Quelle: pixabay
Ohridsee, Quelle: pixabay

An der Grenze zu Albanien gilt der Ohridsee in Mazedonien als absoluter Geheimtipp. Jedoch war das früher zu Tito´s (ehemaliger Jugoslawischer Staatspräsident) Zeiten nicht der Fall; damals war der See ein beliebtes Urlaubsziel. Nicht nur für die Bewohner der Balkanländer, sondern auch für Österreicher, Holländer, Franzosen und Deutsche. Jetzt wird versucht, an die guten alten touristischen Zeiten wieder anzuknüpfen.

Ohridsee – der älteste See Europas

Der Ohridsee ist der älteste Binnensee von Europa und und der Stolz der Mazedonier. Forscher schätzen sein Alter auf 3 bis 5 Millionen Jahre. Deshalb ist er für sie Gold wert. Da sich in dem nährstoffarmen Wasser über Hunderttausende von Jahren Fischsorten entwickelt haben, die nur in diesem See vorkommen. Am bekanntesten ist die fein getupfte Ohridforelle, die aufgrund von Überfischung vom Aussterben bedroht ist, jedoch inzwischen gezüchtet wird und gerne auf den Menükarten der Lokale steht. Sie schmeckt so zart wie ein Saibling.

Ohridsee, Quelle: pixabay
Ohridsee, Quelle: _by_twinlili_pixelio.de

Landschaftlich ist der See der Mazedonier auf jeden Fall eine Pracht und einen Besuch wert. Zwar nicht unbedingt für einen Badeurlaub, da gibt es in Österreich ein paar schönere Seen und auch die Meere in Montenegro, Albanien und Kroatien empfehlen sich dafür entschiedener. Jedoch osmanische und frühchristliche Geschichte, Kultur und Balkan-Atmospäre sowie die unwahrscheinliche Gastfreundschaft der Mazedonier begeistern die Touristen bzw. Ausländer.

Ohridsee – UNESCO Weltkulturerbe

Der schönste Ort, die 40.000 Einwohner Stadt Ohrid, befindet sich am Nordostufer. Hier empfiehlt es sich sein Urlaubsquartier zu nehmen. Am idealsten direkt am Seeufer, in der mittelalterlichen Altstadt. Aufgrund ihrer sehr schönen osmanischen Häuser, schönen frühchristlichen Klöster und Kirchen zeichnete die UNESCO  Ohrid im Jahr 1979 mit dem Weltkulturerbe aus. Außerhalb der Altstadt befinden sich entlang einer schönen Promenade mit schönen Blumenbeeten, Hotels aller Kategorien. Ein wenig erinnert das Ambiente an die 60 er Jahre der italienischen Adria.

Die orthodoxe kleine Kirche St.Johannes Kaneo ist das fotogenste Bauwerk Ohrids. Am Rande der Altstadt thront sie direkt über dem See. Der 20-Minütige Spaziergang dorthin ist ein wahrer Genuss. Der Weg dorthin führt vorbei an der imposanten orthodoxen Sophienkirche Sveti Sofija aus dem 11. Jahrhundert, dann auf einem Holzsteg über das Wasser entlang senkrecht abfallenden Felsen und entlang kleiner Buchten mit sehr schmalen Stränden aus Kies hinter denen sich Bars, Cafe´s und Restaurants an die Wände der Felsen schmiegen. Die Kulisse ist einzigartig und Badetreff der besseren Gesellschaft am Balkan. Zurück nimmt nimmt man am besten eins der dort gelegenen Boote, die unterhalb der Kirche Ihre Dienste anbieten. Auf dem Rückweg, kann man den Blick auf die Altstadt und das Strandleben, genießen. Ungefähr € 5,00 kostet die 15 minütige Rückfahrt zur Hafenpromenade.

Ohridsee, Quelle: pixabay
Ohridsee, Quelle: pixabay

Die Preise

Mazedonien ist ein günstiges Urlaubsland. In der Nachsaison gibt es ein Doppelzimmer am Ohridsee bereits ab  € 10,00, ein Apartment mit 2 Schlafzimmern direkt am See in der Altstadt von Ohrid schon ab € 30,00. Auch das Essen ist sehr preiswert, zumal die Mazedonier sehr gastfreundlich sind. Für  € 10,00 – € 20,00 servieren die Gastwirte in den Tavernen wahre Schlachtplatten auf, die eine Kleine Familie satt machen könnten. Wer nicht alles aufessen kann, lässt sich den Rest einfach einpacken. Alubehälter hat jeder Gastwirt und bringt die Behälter meistens ohne Aufforderung zum Tisch. Was ich auch sehr gut finde, warum sollte man das gute Essen auch wegwerfen?!

Die Stadt Struga

die 2 te bedeutende Touristenhochburg, befindet sich 15 Kilometer entfernt von Ohrid am Nordufer. So schön wie Ohrid, ist die 16.000 Einwohner Stadt jedoch nicht. Dafür ist sie mit größeren Stränden gesegnet. Ausländer sind hier seltener anzutreffen.

Ohridsee, Quelle: pixabay
Ohridsee, Quelle: pixabay

Das Essen

Wenn es zeitlich machbar ist, habe ich vor, auch das 10 Kilometer von Struga entfernte Dorf Vevchani zu besuchen. Dort befinden sich noch zweistöckige Häuser aus Stein aus dem 6. und 8 Jahrhundert. Leider sind die meisten in einem hoffnungslosen Stadium des Verfalls. Die Mazedonier besuchen auch gerne die Quellen und Wasserfälle von Vevchani, die am Dorfrand in einem von Wasserdunst nebligen Wald ausdrucksvoll aus dem Berg strömen. Vevchani hat 2002 seine eigene Republik ausgerufen, um mehr Touristen anzulocken. Wem es Spaß macht, kann Bürger von Vevchani werden, einen Pass kaufen und in der Währung Lichnic bezahlen. Ein Tipp ist das Restaurant Kutmicevica. Es bietet einen schönen Ausblick auf den Ohridsee, serviert traditionelle mazedonische Speisen in Omama-Qualität.

Der Nationalpark

Wer mit dem PKW unterwegs ist, der sollte sich auch die Serpentinen hinauf in das 2225 Meter hohe Galicia-Gebirge begeben. Der Nationalpark ist ein Paradies zum Wandern und die Heimat von Wölfen, Luxen und Bären. Mit dem Auto erreicht man eine Seehöhe von ungefähr 1900 Meter und hat von oben nicht nur einen traumhaften Blick auf den Ohridsee und auf die Dörfer der angrenzenden albanischen Seite, sondern auch auf den Prespasee, der sich auf der anderen Seite des Berges befindet und der ungefähr ein Drittel kleiner als der Ohridsee ist.

Ohridsee – Fazit

Es hat mir sehr viel Freude bereitet, über den Ohridsee in Mazedonien zu schreiben. Auf jeden Fall werde ich mir die Sehenswürdigkeiten auch anschauen, wenn ich meine Freundin Biljana in ihrer Heimat besuche.

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