Mixed Reality (MR) – was ist das eigentlich?

Definition Mixed Reality (MR)

Ich habe mich letztens über den Begriff Mixed Reality, der zurzeit in aller Munde ist, aufklären lassen und möchte nun mein neues Wissen, in meinem ersten Artikel, nach meiner notgedrungenen 6 tägigen Blogpause aufgrund einer Virus Grippe, die mich erwischt hatte, mit euch teilen: Wörtlich versteht man unter dem Begriff Mixed Reality eine vermischte Realität. Es werden hierunter also Systeme zusammengefasst, die eine vermischte Wahrnehmung ermöglichen. Normalerweise ist damit eine zusammengefasste Wahrnehmung aus natürlichen und computergenerierten Elementen gemeint. Klingt kompliziert, ist aber ganz einfach, denn im Grunde gehören auch Virtual Reality und Augmented Reality zur Mixed Reality.

Trotzdem handelt es sich bei MR um eine Sonderform. Was sie von den anderen Formen unterscheidet und warum sie gerade viel diskutiert wird, möchte ich für euch im Folgenden kurz zusammenfassen. Denn wenn der aktuelle Trend so bleibt und nicht abreißt, wird VR, MR und AR bald in aller Munde sein und könnte eine ähnliche Erfolgsgeschichte wie der Smart Home Trend mit Amazon Echo, Siri, Google Home & Co. hinlegen. Da ist es sicherlich von Vorteil, wenn ihr wisst, worum es bei den virtuellen Welten überhaupt geht.

Abgrenzung AR, VR und MR

Während man mit AR (Augmented Reality) eher mobile Anwendungen an Smartphone und Tablet verbindet, sind Virtual-Reality und Mixed Reality-Umgebungen ganzheitlicher.

Augmented Reality

Mixed Reality
Mixed Reality

AR zeichnet sich dadurch aus, dass mit einer Kamera am Display die echte Welt betrachtet wird und es lassen sich dabei zusätzliche digitale Inhalte ins Bild projizieren. Dies kann alles mögliche sein und reicht von Informationen zu Sehenswürdigkeiten, Karten oder einem AR-Routenplaner, wie man es bei Google Glasses bereits gesehen hat, bis hin zu Spielen, die in der echten Welt stattfinden, aber durch sogenannte geränderte Elemente auf dem Display ergänzt werden. Auch Handheld-Konsolen wie Playstation Vita oder die Playstation als feste Konsole nutzten in Verbindung mit der Kamera Augmented Reality Umgebungen, in denen die Kamera speziell bedruckte Karten erkennen und auf diesen virtuelle Objekte platzieren konnte.

Aktuell entwickelt insbesondere Apple viele AR-Anwendungen, aber auch große Unternehmen wie IKEA versuchen sich an diesem System und wollen es dem Kunden ermöglichen, Möbelstücke bereits vor dem Kauf in der Wohnung zu platzieren (IKEA Place genannt). AR ist also gewissermaßen die Erweiterung der Realität um digitale Inhalte. Dazu ist kein separates Headset erforderlich, sondern kann auch am Smartphone genossen werden. Zu beachten ist, dass AR- und VR-Anwendungen viel Energie benötigen und entsprechend den Akku aussaugen. Bei regelmäßiger Anwendung – insbesondere wenn man unterwegs – ist es daher gegebenenfalls sinnvoll, eine Powerbank zu nutzen.

Virtual Reality

Virtual Reality funktioniert gänzlich anders. Beim VR-Erlebnis wird eine komplett digitale, dreidimensionale Welt vor das Auge des Betrachters geworfen. Hierzu kommen VR-Brillen wie die Oculus Rift, Gear VR für mobile Endgeräte oder auch Sonys Playstation VR beziehungsweise HTCs Vive zum Einsatz, um nur die Flaggschiffe zu nennen.

Im Privatbereich kommen VR-Anwendungen derzeit überwiegend zum Betrachten von Videos sowie im Entertainment-Bereich zum Einsatz. So lässt sich am PC, der Spielkonsole und mittlerweile auch problemlos am Smartphone mittels VR in eine komplett virtuelle Welt eintauchen. Der Anwender ist dabei von der Außenwelt abgeschottet, denn es dringen keine optischen Reize von außen nach innen. Hat man zusätzlich noch Kopfhörer auf den Ohren, sind die Haupt-Sinnesreize der Außenwelt komplett abgeschottet.

Anwendungsbeispiele finden sich mittlerweile schon viele. So hat zum Beispiel Valve mit Steam VR eine komplett eigene Plattform mit VR-Inhalten bereits gestellt, auf denen sich zahlreiche Spiele, Anwendungen und Erkundungs-Abenteuer finden. Selbst die Browser-Spielerfahrung kann mittlerweile bei verschiedenen Plattformen um den VR-Faktor erweitert werden. Betrachtet man beispielsweise 360° Spiele mit Live-Dealern im Onlinecasino, werden sogar Elemente der realen Welt mit in die Virtuelle Welt eingebunden. Es handelt sich gewissermaßen um ein Live 3D-Bild in virtueller Umgebung, indem der Anwender in Echtzeit mit dem Anbieter interagieren kann. Dies erweitert die Erfahrung zusätzlich und sorgt für weitere, völlig neue Einsatzgebiete, da Videobilder mit interaktiven Handlungen verknüpft werden. In gewisser Weise fließen also AR-Inhalte und VR-Inhalte zusammen, auch wenn in diesem Fall die reale Umgebung nicht direkt vor einem liegt, sondern ebenfalls aus der Ferne übertragen wird.

Auch Streaming-Anbieter wie YouTube bieten mit ihren Apps mittlerweile die Möglichkeit, 360° Streams in vollständiger VR-Umgebung auf dem Smartphone zu betrachten. So lässt sich am Smartphone mit einer einfachen VR-Brille ein Segelrundflug oder ein beliebiges anderes 360° Video genießen.

Mixed Reality

Mixed Reality kombiniert nun beide Ansätze clever miteinander. Denn im Gegensatz zu einer herkömmlichen VR-Brille besitzen MR-Brillen, wie die von Microsoft in Zusammenarbeit mit verschiedenen Herstellern entwickelten Mixed Reality Brillen zusätzlich Kameras, die für beide Augen ein separates Livebild auf die innenliegenden Displays projizieren können. Dadurch wird sozusagen die Realität virtualisiert in 3D dargestellt. Dies ermöglicht es, die Umgebung beliebig in die VR-Anwendungen einzubinden und sowohl AR- als auch vollständige VR-Erlebnisse wie Stream VR ohne AR-Elemente zu genießen.

So lassen sich beispielsweise virtuelle Pokerpartien auf dem heimischen Küchentisch mit Spielern aus aller Welt spielen. MVR ist gewissermaßen die erste Möglichkeit, sowohl AR- als auch VR- Inhalte vollständig mit nur einem Gerät nutzen zu können und dabei beliebig zwischen den Modi hin- und her zu wechseln, ohne eine andere Brille aufsetzen oder ein anderes Gerät zur Hand nehmen zu müssen.

Sowohl VR als auch AR sind bei den Modellen, die Microsoft mit Hardwareentwicklern wie Acer zusammen entwickelt, ein wichtiger Bestandteil. Durch das Füllen des kompletten Raumes zwischen Realität und Virtualität wird aber eine breite Lücke geschlossen und eröffnet völlig neue Möglichkeiten.

Ist Mixed Reality die Zukunft?

In meinen Augen hat MR das Potenzial, VR vollständig abzulösen, beziehungsweise die Prognose liegt nahe, dass zukünftige VR-Brillen mit Kameras ausgestattet sein werden, denn es gibt keinen echten Nachteil. Im Gegenteil: Vollständige VR-Anwendungen lassen sich mit aktivierten Kameras ebenso genießen und man hat zusätzlich die Möglichkeit, bei Bedarf die Umgebung mit einzublenden.

Reine VR-Brillen sind stets mit dem Nachteil verbunden, dass man nie weiß, wo man sich im Raum gerade befindet. MR könnte bei Spielen mit diesem Nachteil Schluss machen und beispielsweise die Umgebung umso mehr durchschimmern lassen, je näher man sich einer Wand annähert. Außerdem ist AR voll im Trend und der Boom kann mit VR-Brillen nicht aufgegriffen werden. MR-Brillen hingegen sind für AR-Anwendungen voll kompatibel.

Empfehlung

Falls ihr mit dem Gedanken spielt, eine VR-Brille zu kaufen, aber noch unschlüssig seid, welche es werden soll, empfehle ich euch, unbedingt noch etwas abzuwarten und zu schauen, wie der Markt auf den MR-Boom anspringt und reagiert.

Related posts:

Add Comment