Schädlingsbekämpfung bei Holzwurmbefall

Holzwurmbekämpfung leicht gemacht

Der auch unter dem Namen gemeiner Nagekäfer (lat. Anobium punctatum) bekannte Holzwurm hat meistens einen großen Appetit und richtet großen Schaden bei Bauteilen und hölzernen Möbeln, wie zum Beispiel an einem Sideboard oder einem Gartenhaus aus Holz, an. Wenn der Nagekäfer bzw. seine Larven erst einmal angefangen haben, sich durch das Holz zu nagen und auf der Oberfläche des Holzes die typischen kleinen Löcher des Holzwurms zu sehen sind, wird es höchste Zeit für die Schädlingsbekämpfung. Ansonsten droht ein wichtiges architektonisches Tragwerk oder ein geliebtes Möbelstück vollkommen zerstört zu werden.

Holzwurm beziehungsweise auch Splintholzkäfer und Hausbock, die auch zu den holzvernichtenden Insekten zählen, sollten schnellstmöglich beseitigt werden. In meinen folgenden Artikel erfährst Du, wie Du einen Holzwurmbefall erkennst und wie Du die Holzwürmer beseitigen kannst.

Schädlingsbekämpfung, Quelle: pixabay
Schädlingsbekämpfung, Quelle: pixabay

Schädlingsbekämpfung – Aussehen und Entwicklung von Holzwürmern

Bevor man den Holzwurm bekämpfen kann, sollte man zunächst wissen, wie dieser überhaupt aussieht. Da ein Holzwurm einen Brotkäfer sehr ähnelt. Meistens wird der gemeine Nagekäfer 3 – 5 mm lang, hat einen ovalen Umriss und eine dunkelbraune Farbe. Sein Haupt ist von einem Halsschild geschützt. Die Antennen stellen die drei leicht vergrößerten Endglieder dar. Die Larven des Wurms sind stark gekrümmt, verfügen aber über starke Kieferzangen, mit denen sie das Holz aufnagen.

In einen Holzriss legt jedes Weibchen ungefähr 20 bis 30 Eier ab. Nach 3 Wochen schlüpfen deren Larven, bohren sich in das Holz hinein und entwickeln sich darin bis zu vier Jahre. Wenn die Larve ausgewachsen ist, verpuppt sie sich und der ausgewachsene Käfer verlässt das Holz.

Schädlingsbekämpfung, Quelle: pixabay
Schädlingsbekämpfung, Quelle: pixabay

Auffälligkeiten bei Holzwurmbefall

Die bereits erwähnten Löcher, im oberen Absatz, fallen zunächst mit 1 bis 2 mm Durchmesser auf, die vermehrt bei Holzwurmbefall auftreten. Von der Anzahl der Löcher kann man auch auf die innere Zerstörung des Holzes schließen. Jedoch verweilen die Larven des Holzwurms in ihren Löchern, während die Larven der anderen Schädlinge öfter ans Tageslicht kommen, wodurch sie schneller auf fallen. Außerdem ist der Ausstoß von Bohrmehl sehr auffällig, desto mehr Bohrmehl man vorfindet, desto größer ist der Befall durch den Parasiten.

Schädlingsbekämpfung – Chemische Mittel

Die Methode zur Schädlingsbekämpfung hängt zunächst auch etwas von deren Vorkommen ab. Solltest Du es mit einer großen Anzahl von Holzwürmern zu tun haben, ist es hier besser, wenn Du entweder mit chemischen Mitteln arbeitest – wobei du bitte strikt alle Sicherheitshinweise des verwendeten Mittels beachten solltest – oder Du wendest Dich an einen professionellen Kammerjäger.

Sollte jedoch nur ein kleiner Teil des Holzes oder auch nur ein einziges Möbelstück befallen sein, kannst Du folgende Hausmittel und biologische Mittel ausprobieren. Denn das ist oftmals besser für die Umwelt und Gesundheit.

Schädlingsbekämpfung, Quelle: pixabay
Schädlingsbekämpfung, Quelle: pixabay

Schädlingsbekämpfung – Biologische Mittel und Hausmittel

Diese kleinen Parasiten können nur im Holz überleben, wenn es auch entsprechend feucht ist. Solltest Du also beispielsweise ein altes befallenes Möbelstück besitzen, welches Du von den Holzwürmern befreien möchtest, stelle das Möbelstück in einen zentralbeheizten Raum. Die Larven werden aufgrund der zunehmenden Austrocknung des Holzes absterben. Dabei brauchst Du keine Angst zu haben, dass andere Holzteile im Zimmer befallen werden, weil diese schon genügend ausgetrocknet sind.

Desweiteren reagieren Holzwürmer extrem stark auf Hitze. Meistens reichen 55 Grad Celsius vollkommen aus, um die Holzwürmer bekämpfen zu können. Zu tun hat dies mit deren Eiweißkern. Da Holzwürmer zum größten Teil aus Eiweiß bestehen, kannst Du dieses durch Hitze zersetzen und den Holzwurm somit beseitigen. Nimm deshalb ein entsprechendes Stück Holz und lege es zum Beispiel in die Sauna oder in den Backofen und lasse es dort bis zu 1 Stunde bei bereits genannter Temperatur liegen bzw. ruhen.

Schädlingsbekämpfung, Holzwürmer, Quelle: pixabay
Schädlingsbekämpfung, Holzwürmer, Quelle: pixabay

Sollte es sich wiederum um kein „mobiles“ Stück Holz handeln, sondern um ein festes Holzstück kannst Du folgenden Trick probieren: Holzwürmer haben eine Vorliebe für Eicheln. Lege deshalb einige Eicheln in die Nähe der befallenen Stelle. Die Würmer werden von dem Geruch angezogen. Sobald es die Holzwürmer aus den Löchern gezogen hat, kannst Du die Holzwürmer bekämpfen.

Borsalz ist eine weitere Variante gegen Holzwürmer. Es wirkt in einer ausreichenden Dosierung genauso vorbeugend wie bekämpfend gegen die kleinen Schädlinge. Allerdings dringt das Salz nicht weit in den Querschnitt des Holzes ein, sondern es wird erst beim Ausfliegen der Insekten aufgenommen. Schon vorhandene Larven können einige Zeit lang weiterfressen, bevor sie als Vollparasiten zum ersten Mal mit dem Salz in Berührung kommen. Jedoch sollte der Holzwurm bei dauerhafter Behandlung mit Borsalz vollkommen bekämpft werden können.

Ein weiteres Hausmittel stellt Salmiakgeist dar. Stelle eine flache Schale mit Salmiakgeist auf das betroffene Möbelstück. Packe dann das Möbelstück luftdicht mit Klebeband und Folie ein und lasse es für einige Tage so stehen. Die ausbreitenden Dämpfe sorgen dafür, dass die Larven absterben. Jedoch Vorsicht: Einige Hölzer wie Buche oder Eiche können sich farblich verändern. Allerdings sollte diese Methode der Schädlingsbekämpfung bei Weichholz kein Problem sein.

Schädlingsbekämpfung, Holzwürmer, Quelle: pixabay
Schädlingsbekämpfung, Holzwürmer, Quelle: pixabay

Nicht jeder mag den Geruch von Essig – auch Holzwürmer nicht. Gebe mit einer Spritze ein wenig Essigessenz in die sichtbaren Löcher und der Wurm wird das Weite suchen. Jedoch wird der Holzwurm lediglich nur vertrieben und sucht sich ein neues Heim.

Achtung: An dieser Stelle möchte ich nochmals darauf hinweisen, dass es in erster Linie die Larven sind, die bei der Schädlingsbekämpfung beseitigt werden sollten. Während sich ausgewachsene Holzwürmer relativ leicht vernichten lassen, sind es die Larven, die Dauerhaft Ärger bereiten. Daher solltest Du also genau kontrollieren, ob Du wirklich sämtliche Holzwürmer bekämpft hast. Ansonsten besteht die Gefahr, dass Du einige Jahre später wieder von vorne anfangen musst, weil die übrig gebliebenen Larven sich weiterentwickelt haben und im Holz neue Eier gelegt haben.

Holzwurmbefall vorbeugen und das Holz lange Zeit schützen

Da es dem Holzwurm sehr auf die Feuchte des Holzes ankommt, solltest Du dafür sorgen, dass gelagertes Holz gut trocken liegt bzw. gut trocknen kann. Im Freien sollte Holz nie direkt auf dem Boden aufliegen, weil die Feuchte des Bodens die Trocknung sonst verhindert und das Holz sogar noch weiter durchfeuchtet. Außerdem lege das Holz am besten stets unter eine Plane, um es vor Regen und Schnee zu schützen.

Bei Holz im Außenbereich kannst Du mit wetterschützenden Mitteln arbeiten, die Du wie eine Lasur auf das Holz aufträgst. Diese enthalten meistens zwar keine Wirkstoffe gegen die Schädlinge selbst, sind jedoch lichtschützend und wasserabweisend, wodurch das Holz nicht zu sehr feucht werden kann. Eine Ausnahme wiederum bildet der Holzwurmtod. Es handelt sich dabei um eine Holzlasur, die Du auf das Holz streichen musst. Es enthält einen Wirkstoff gegen Holzwürmer, wodurch diese von vornherein gar nicht auftreten können.

Holzwürmer, Quelle: pixabay
Holzwürmer, Quelle: pixabay

Im Innenbereich hingegen, solltest Du nur Mittel verwenden, die mit dem blauen Engel versehen sind, weil Du ansonsten Deine eigene Gesundheit aufs Spiel setzen würdest. Da Du in warmen Räumen normalerweise von Holzwürmern verschonst bleibst, kannst Du Dich auf Kontrollen auf den Dachstuhl oder ähnlichen konzentrieren. Überprüfe gelegentlich, ob die Feuchtigkeit in das Holz eindringt.

Und sobald Du erste Anzeichen für einen Schädlingsbefall durch Holzwürmer feststellst, solltest Du umgehend mit der Holzwurm-Bekämpfung beginnen.

Bevorzugte Holzarten von Holzwürmern

Besonders Splintholz ist bei einem Nagekäfer beliebt. Farbiges Kernholz von Eiche, Douglasie und Lärche wird dagegen nur angegriffen bei nachhaltigem Befall. Über Jahre hinweg, bearbeiten die Holzwürmer das gleiche Stück Holz, solange bis sie es fast aufgelöst haben. Insbesondere Frühholz ist anfällig für Holzwürmer. Damit sind in den Jahresringen die hellen Bereiche gemeint, die sich meistens im Frühjahr bilden. Das festere Spätholz wiederum wird verschont.

Weiterhin befallen diese Schädlinge nur verbautes und totes Holz. Sehr frisches Holz oder lebendes meiden sie hingegen. Jedoch spielt das Alter des Holzes keine Rolle für den Befall. Ob eine erst einige Jahre alte Gartenbank oder ein Jahrhunderte alter Dachstuhl, ist dem Holzwurm vollkommen unwichtig. Hauptsache er kann sich in feuchtem und totem Holz niederlassen.

Holzwürmer, Quelle: pixabay
Holzwürmer, Quelle: pixabay

Bankirai mit Holzwurm?

Personen mit Bangkirai- bzw. Bankirai-Holzfußböden machen sich mitunter Sorgen, ob ihr Fußboden von Holzwürmern befallen sei. Dies kommt daher, weil Bakirai oft sogenannte Pinholes hat. Es handelt sich dabei um Wurmlöcher, die durch den Ambrosiakäfer entstehen, der am frisch gefällten oder lebenden Baum aktiv ist. Jedoch stellt er im Schnittholz kein Risiko mehr dar. Aus diesem Grund werden im Handel die kleinen Löcher als normal angesehen und sind kein Fehler des Holzes.

Schädlingsbekämpfung – Kann durchaus Jahre dauern

Falls man nichts gegen die kleinen Parasiten unternimmt, leisten Holzwürmer ganze Arbeit und zerstören das Holz vollkommen. Der Holzwurm fällt meistens durch Löcher mit 1 bis 2 mm Durchmesser auf, aus denen das Bohrmehl heraus quillt. Vor allem ist dies ein Zeichen dafür, dass die Larven im Holz noch tätig sind und sich durch das Jungholz fressen.

Meistens findet man den Wurm bevorzugt in leerstehenden Gebäuden, Brennholzlagern, Kirchen, Dachböden und Kellern, denn diese sind selten beheizt im Gegensatz zu Wohnräumen. Das Holz ist dem Holzwurm in Wohnräumen schlichtweg zu trocken, weil die Feuchte des Holzes meistens nur zwischen 8 – 10 Prozent liegt. Sollte der Holzwurm trotzdem in Wohnräumen auftauchen, wurde das Holz zu oft befeuchtet, zum Beispiel durch Wischen.

Holzwürmer verweilen gerne dort, wo sie aufgewachsen sind und legen an dieser Stelle auch ihre Eier ab, aus denen dann die Larven schlüpfen. Solltest Du also einmal mit einem Holzwurmbefall zu tun haben, achte bitte darauf, dass Du den Holzwurm gründlich bekämpfst. Ansonsten hast Du nach ein bis vier Jahren wieder dasselbe Problem. In der Regel benötigen die Laven solange, um sich zu entwickeln. Die Entwicklungszeit der Larven kann bei ungünstigen Bedingungen sogar 8 Jahre andauern, bevor sie zum Holzwurm werden und neue Eier legen.

Falls man also einen Holzwurmbefall beseitigen möchte, sollte man vor allem die Larven loswerden.

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