Muttertag – Woher stammt dieser Tag?

Der Ehrentag von uns Müttern

An einem ganz bestimmten Tag im Jahr werden wir Mütter gefeiert und unser Einsatz wird mit Blumen, Gebasteltem, Pralinen, Gedichten und anderen Aufmerksamkeiten belohnt: der Muttertag. Bei uns in Deutschland sowie in vielen anderen Ländern fällt dieser Tag auf den zweiten Sonntag im Wonnemonat Mai – in diesem Jahr feiern wir ihn am 13.Mai. Seit wann gibt es diesen besonderen Tag eigentlich? Wer hat ihn überhaupt erfunden und wer hat diesen Tag geprägt? Warum sind viele Frauen nicht begeistert von dem Tag der Mütter?

Muttertag – wo hat er seinen Ursprung?

Die weit verbreitete These, der Muttertag sei von den Nazis im Dritten Reich erfunden wurden, ist nicht richtig. Schon die alten Griechen veranstalteten zu Ehren der Mutter des Gottes Zeus ein Fest. Jedoch ging diese Tradition verloren mit dem Zerfall des alten Griechischen Reiches, aber sie wurde von einigen Herrschern unterschiedlicher Länder stets wieder aufgegriffen.

Muttertag, Quelle: pixabay.com
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Nicht ganz sicher ist, ob sich diese, tatsächlich an der Tradition der alten Griechen orientierte. Unter Heinrich des III wurde in England im 13. Jahrhundert der „Mothering Day“ eingeführt. An diesem besonderen Tag gedenken die Christen der „Mutter Kirche“  und die komplette Familie kam zusammen, um gemeinsam die Kirche zu besuchen. Der französische Herrscher Napoleon wollte Anfang des 19. Jahrhunderts, der in Europa immer mehr an Macht gewann, zu Ehren der Mütter einen Tag einführen. Jedoch wurde Napoleon Bonaparte im Jahr 1815 gestürzt, und von den Franzosen wurde dieses Vorhaben nicht mehr umgesetzt.

Der Muttertag, so wie wir ihn heute feiern, nahm in Amerika im Jahr 1872 seinen Ursprung. Damals forderte die bekannte Vertreterin der Frauenbewegung Julia Ward Howe, den amerikanischen Müttern einmal im Jahr einen Tag zu widmen. Jedoch blieb diese Forderung zunächst unerfüllt. Schließlich  gilt als Gründerin des Muttertags Anna Jarvis, die auch bekannt wurde als US-amerikanische Frauenrechtlerin. Auch Jarvis setze sich für die Einführung dieses offiziellen Feiertags ein. In Amerika wurde der Muttertag im Jahr 1914 national anerkannt.

Für Frauen mehr Gleichberechtigung

Anna Jarvis hatte den Todestag ihrer Mutter als Datum gewählt – die Mutter Marie Reeves Jarvis verstarb am 09.05.1905. Zu Lebzeiten setzte dieses sich für den Frieden ein und außerdem sorgte sie dafür, dass zur damaligen Zeit die schlechten hygienischen Verhältnisse verbessert wurden, die verantwortlich für die große Sterblichkeit von Kindern waren. Anna Jarvis wollte mit dem Muttertag zu Ehren aller Mütter, die Leistungen ihrer Mutter unvergessen machen und auch mehr Rechte für Frauen allgemein durchsetzen. Zum Beispiel durften Frauen in Amerika damals nicht wählen gehen. Am 08.05.1914 erklärte der Kongress der Vereinigten Staaten den zweiten Sonntag im Mai zum nationalen Feiertag, zu Ehren der Mütter. Wenig später zog England nach und den Muttertag, also den „Mothering Day„, wieder aufleben.

Die Schweiz folgte darauf im Jahr 1917, 1918 folgte Norwegen, 1919 Schweden, 1922 folgte Deutschland und im Jahr 1924 Österreich. Mehr und mehr entwickelte sich der Muttertag leider zu einem Fest der Geschenke. Viele Verkäufer und Unternehmer witterten das große Geschäft. Anna Jarvis hatte diese Entwicklung nicht bezweckt. Der Ehrentag für uns Mütter hatte auch international großen Zuspruch gefunden, jedoch ging die eigentliche Botschaft mehr und mehr verloren. Was Jarvis sehr verärgerte, sie ging sogar vor Gericht, um den Muttertag wieder aberkennen zu lassen. Doch Anna Jarvis verlor.

Muttertag, Quelle: pixabay.com
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Muttertag – von den Nazis missbraucht

Der Muttertag wurde vom Verband Deutscher Blumengeschäftsinhaber ins Leben gerufen. Er wurde im Jahr 1923 offiziell eingeführt. Zwar wurde der Ehrentag für uns Mütter in Deutschland nicht von den Nazis erfunden. Korrekt ist allerdings, dass der Muttertag während der NS Diktatur in Deutschland von Hitler für seine Zwecke missbraucht wurde. So wurde der Muttertag von den Nationalsozialisten im Jahr 1933 in den „Gedenk- und Ehrentag der deutschen Mütter“ umbenannt. Für die Propaganda der Nazis wurde das Mutterbild missbraucht. Indem sie vorgaben, sich für die familiären Werte einzusetzen und manipulierten die Menschen auf diese Art. Die „bürgerliche Hausfrau“ galt als ideal, wenn sie dem Deutschen Reich untertan war, indem sie dem Staat nach Möglichkeit viele arische Kinder gebar und ihre Lieben sorgte. Wenn eine Mutter damals 8 Kinder gebar, wurde sie mit dem „goldenen Mutterkreuz“ ausgezeichnet.

Die Amerikaner im besetzten Deutschland, brachten nach dem Zweiten Weltkrieg, den Muttertag erneut zurück und folglich wurde er in sämtlichen westlichen Ländern eingeführt. In der DDR, die damals unter dem Einfluss der Sowjetunion stand, wurde der Internationale Frauentag, anstatt des Muttertags gefeiert, sowie auch in den anderen sozialistischen Staaten des Ostblocks. Der Grund war die damalige feindliche Haltung zwischen der Sowjetunion und den USA. Die Tradition des Muttertags wurde in den Ostblockländern abgelehnt, da sie von den USA geprägt war. Erst im Jahr 1990 nach der Wiedervereinigung von Westdeutschland und der DDR wurde auch in Ostdeutschland der Muttertag wieder eingeführt.

Muttertag, Quelle: pixabay.com
Muttertag, Quelle: Pixabay

Muttertag – in den verschiedenen Ländern

Einen „Tag der Mütter“ gibt es heute in den meisten Ländern der Welt. Jedoch wird er nicht überall am gleichen Tag gefeiert. Die Daten der verschiedenen Länder könnt ihr hier lesen:

  • Argentinien: 2. Sonntag im Oktober
  • Thailand: 12. August
  • Cosa Rica: 15. August
  • Albanien: 8. März
  • Libanon: 1. Tag im Frühling
  • Schweden und Frankreich: Letzter Sonntag im Mai
  • Norwegen: 1. Sonntag im Februar
  • Große Teile Mittel- und Südamerikas, Bahrain, Mexiko, Indien, Hongkong, Oman, Malaysia, Katar, Pakistan, Saudi Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate und Singapur: 10 Mai
  • Polen: 26.Mai
  • Schweiz, Deutschland, Australien, Belgien, Österreich, Dänemark, Brasilien, Italien , Finnland, Japan, USA, Neuseeland, Kanada, Türkei und Taiwan: 2. Sonntag im Mai
  • Südafrika, Spanien, Ungarn und Portugal: 1 Sonntag im Mai
  • Großbritannien: 4. Fastensonntag (5 Fastensonntage: Sonntage der christlichen Fastenzeit)

Muttertag – Brauchen wir überhaupt einen Muttertag?

Der Muttertag ist für viele Mütter heutzutage eine willkommene Abwechslung: morgens das Frühstück ans Bett, Blumen, Gedichte, Pralinen oder etwas liebevoll gebasteltes von den Kleinen. Der Muttertag ist ein Anlass, mal außerhalb des Alltags ein wenig Zeit mit der Familie zu verbringen. Jedoch stellen sich auch jedes Jahr wieder manche Menschen die gleiche Frage: Brauchen wir überhaupt einen speziellen Tag, um uns zu bedanken? Auf jeden Fall sind sich viele darin einig, dass ein respektvoller Umgang mehr wert ist, als irgendwelche gekauften Gegenstände und ein festgelegtes Datum.

Muttertag, Quelle: pixabay.com
Muttertag, Quelle: Pixabay

Muttertag – Fazit

Heutzutage ist längst das Klischee, von der in der Küche stehenden Hausfrau, die ausschließlich nur für ihre Lieben da ist, überholt. Aus diesem Grund finden viele einen speziellen Ehrentag, der uns Mütter nur einmal im Jahr für ihren selbstlosen und aufopferungsvollen Einsatz „belohnen“ soll, unpassend. Viele Mütter sind Berufstätig und der Trend, das auch die Väter eine Teil der Erziehung und Hausarbeit übernehmen, setzt sich stetig mehr durch. Deshalb fordern die meisten Frauen, dass das vollkommen überholte Rollenbild irgendwann vollkommen der Vergangenheit angehört, da das Aufziehen der Kinder und auch die Arbeit im Haushalt, schon längst nicht nur ausschließlich Frauensache ist, da es beide Elternteile etwas angeht. Trotzdem freuen viele Mütter selbstverständlich über eine kleine Aufmerksamkeit am Muttertag.

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